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Das "Hamburger Verständlichkeitskonzept" von Langer, Schulz von Thun und Tausch (2006) stellt einen sehr eingängigen Ansatz zur Analyse der Verständlichkeit von Texten dar. Zudem werden Übungsprogramme angeboten, in denen sowohl das Verfassen verständlicher Texte als auch die (Verständlichkeits )Bewertung anderer Texte eingeübt werden kann. Weitere, detaillierte Empfehlungen zum Schreiben naturwissenschaftlicher Texte finden sich beispielsweise in Ebel, Bliefert und Greulich (2006) sowie in Chambliss (2002).
Empirische Belege
Wenngleich die einzelnen Merkmale der Verständlichkeit meines Wissens nach nicht getrennt voneinander in streng kontrollierten Labor- und Feldexperimenten überprüft wurden, so führen die Autoren doch zahlreiche stützende empirische Belege zu ihrem Konzept an. Zum Beispiel können die vier Merkmale der Verständlichkeit bei der Textbeurteilung mit Hilfe von Eigenschaftspaaren und unter Verwendung einer Faktorenanalyse entdeckt werden. Auch die Verbesserung von schwer verständlichen Texten auf Basis der Verständlichkeitstheorie konnte in mehreren Untersuchungen nachgewiesen werden.
Bezug zu anderen Gestaltungsempfehlungen
Des Weiteren kann das Verständlichkeitskonzept in Beziehung zu anderen Gestaltungsempfehlungen gesetzt werden, die zum Teil durch mehrere (experimentelle) Studien gestützt werden. Während Befunde zum Personalisierungs- und Signalisierungsprinzip die Merkmale Einfachheit, Gliederung und Ordnung sowie anregende Zusätze stützen, scheinen Untersuchungen zum Redundanzprinzip eher darauf hinzudeuten, dass eine "gesunde" Mitte zwischen Kürze und Weitschweifigkeit nicht immer von Vorteil ist. Die eher gemischte Befundlage zum seductive detail Effekt widerspricht dem vorgeschlagenen Mittelweg hingegen nicht, weder zu viele noch zu wenige anregende Zusätze zu verwenden.
Hyperlinks
Die ausgiebige Verwendung von Hyperlinks hat in experimentellen Studien mehrheitlich Nachteile für Novizen und Lernern mit geringer Arbeitsgedächtnisspanne offenbart. Elektronische Querverweise in Hypertexten sollten demnach sparsam und mit Bedacht eingesetzt werden. Die Verwendung einer hierarchisch-sequentiellen Struktur des Lerntextes wirkt sich lernförderlich aus.
Anregungen, Fragen und Fehler
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