Definition: Behaviorismus
Grundannahme behavioristischer Lerntheorien ist, dass Lernen eine beobachtbare Verhaltensänderung darstellt, die als Reaktion auf Umweltreize erfolgt (Arnold, 2004). Während somit der Zusammenhang zwischen Reizen (bzw. Stimuli) und Verhaltensreaktionen (bzw. Response) im Zentrum von Untersuchungen steht, werden innerpsychische Vorgänge nicht weiter berücksichtigt ("black box"-Modell). Unterschieden wird zwischen klassischer und operanter Konditionierung. Letztgenannter Ansatz kam beispielsweise in den 50er und 60er Jahren in Form von sogenannten Lehr- bzw. Lernmaschinen ("teaching machines") zum Einsatz (z.B. Skinner, 1958), welche von Skinner und Holland entwickelt worden sind. Dabei handelte es sich um kleine Geräte, die den Lerninhalt in kleinen Schritten und zumeist in Textform durch ein Sichtfenster darboten und anschließend dem Lernenden Fragen (z.B. Lückentexte) präsentierten. Der Nutzer, der das Lehrprogramm in seinem persönlichen Tempo durchlaufen sollte, konnte eine Antwort in das Gerät eingeben und sodann überprüfen, ob diese mit der korrekten Lösung übereinstimmte (Niegemann et al., 2004; Paechter, 2007). Behavioristische Lerntheorien werden in der heutigen E-Learning Forschung praktisch nicht mehr vertreten, obgleich in der Praxis auf diese durchaus noch zurückgegriffen wird (z.B. bei Vokabelprogrammen).
Kritik und Würdigung
Behavioristische Lerntheorien wurden in verschiedener Hinsicht kritisiert oftmals ohne den Ansatz (zumindest historisch) zu würdigen (Niegemann et al., 2004). Kritisiert werden kann zum Beispiel, dass die aus Tierexperimenten und Laborsituationen gewonnenen Erkenntnisse nicht zwingend auf aktuelle E-Learning Umgebungen übertragbar sind. Zudem blendet die Reduktion von Lernen auf beobachtbare Verhaltensänderungen wichtige (meta-)kognitive Prozesse aus, die im Lernprozess eine wichtige Rolle spielen (Arnold, 2004). Hingegen kann bei den behavioristischen Ansätzen unter anderem positiv angemerkt werden, dass die Rückmeldung ein zentrales Element in Skinners Lernmaschinen darstellt und dem Lernenden die Möglichkeit geboten wird, das Lernprogramm in eigenem Tempo zu durchlaufen (Niegemann et al., 2004).
Anregungen, Fragen und Fehler
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